Dead Sea Research Venue

Untersuchung von rezenten Erdfallprozessen am Toten Meer

Seit ca. 30 Jahren treten an den Uferbereichen des Toten Meeres gehäuft Erdfall-Cluster auf, die zu erheblichen Schäden an der Infrastruktur und besiedelten und landwirtschaftlich genutzten Flächen führen. Als Ursache wird die Auflösung (Subrosion) von mehrere Meter mächtigen massiven Salzschichten im Untergrund vermutet, die durch den anthropogen bedingten Rückgang des Meeresspiegels um ca. 1 m/Jahr und die damit vordringende Süßwasserfront gesteuert wird.

Als assoziierter Partner des virtuellen Helmholtz Forschungsinstitutes DESERVE (DEad SEa Research VEnue) führte LIAG im Zeitraum 2013-2016 hochauflösende scherwellenseismische Untersuchungen zur Erkundung der Salzschichten an der Erdfall-Lokation Ghor Al-Haditha in Jordanien durch.

Die Ergebnisse zeigen, dass das prognostizierte Prozessmodell in Auflösung befindlicher massiver Salzschichten für diese Lokation nicht zutrifft. In Übereinstimmung mit Bohrergebnissen und Oberflächenbeobachtungen deuten die Ergebnisse ein neues Prozessmodell an, in dem feinkörnige, wasserlösliche marine Ablagerungen des Toten Meeres (Dead Sea mud) durch saisonales Frischwasser aus dem Untergrund herausgespült werden und zu Hohlräumen führen, die später als Erdfälle an die Oberfläche durchbrechen.

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