Magnetik Norddeutschland

Das Projekt befasste sich mit der räumlichen Auflösung und Genauigkeit regionaler Anomaliedaten. Diese haben sich in den letzten Jahrzehnten insbesondere bei aeromagnetischen Messungen deutlich erhöht. Basierend auf zwei Fallstudien haben wir ältere Messungen, geflogen durch Prakla-Seismos zwischen 1965 und 1971, im Hinblick auf den Informationsgehalt im kurzwelligen Bereich mit einer modernen Befliegung durch Sander Geophysics aus dem Jahre 2005 verglichen.

Ergebnisse

  • Kurzwellige Anomalien (kleiner 5 km) sind in beiden Datensätzen vorhanden. In den modernen Daten ist neben einer genaueren Lage auch die Auflösung der Anomalien besser.
  • Kurzwellige Anomalien stehen im Zusammenhang mit Schichtgrenzen und Ausbissen. Eine Korrelation mit bekannter Geologie ist gegeben (z.B. Ausbisse von Basis Oberkreide / Jura).
  • Proben aus dem Gelände und aus Bohrkernen bestätigen Literaturangaben: die Gesamt­magnetisierung in der oberen Unterkreide kann Beträge von 0,15 A/m erreichen. Die remanente Magnetisierung der Gesteine aus der oberen Unterkreide (sogenannte Trümmererze) ist etwa parallel dem heutigen Erdmagnetfeld.
  • 3D-Modelle eines Salzstocks sowie eines Juraausbisses erklären die beobachteten Anomalien beider Surveys gut, nachdem eine dünne, höher magnetisierte Schicht in der oberen Unterkreide bzw. eine erhöhte Magnetisierung des Oberjuras eingeführt wird.
  • Die stratigraphische Interpretation oberflächennaher Lithologien kann durch die Berücksichtigung der magnetischen Anomalien verbessert werden.

Projektrelevante Literatur:

  • On the use of small amplitude magnetic anomalies for the improvement of geological models: case studies from Northern Germany. - Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 167(2-3): 131-148; DOI: 10.1127/zdgg/2016/0064.
    2016, SKIBA, P., GABRIEL, G., KRAWCZYK, C.M., KÖNIG, M., BÜCKER, C. & ROLF, C.

Projektleitung

Dr. Gerald Gabriel

Prof. Dr. Charlotte Krawczyk (ausgeschieden)

Projektmitarbeiter

Peter Skiba

Laufzeit

2010-2011

Förderer

RWE Dea und LIAG

Partner

RWE Dea AG
(Dr. C. Bücker, Dr. M. König)