Forschungsbohrung Tannwald Becken

Die Alpenregion ist im Hinblick auf Umwelt- und Klimaveränderungen, hydrogeologische Verhältnisse und tektonische Prozesse extrem sensitiv. Vor dem Hintergrund anstehender gesellschaftlicher Herausforderungen für dieses Gebiet bedarf es daher intensiver Forschung zu verschiedenen geowissenschaftlichen Aspekten. Dabei kommt den übertieften Tälern und Becken eine besondere Bedeutung zu, da diese speziell im inneralpinen Bereich den eigentlichen Lebensraum des Menschen definieren und häufig entsprechend dicht besiedelt sind. Die Ergebnisse werden Auskunft über die Klima- und Umweltentwicklung der jüngeren Vergangenheit Gebiet geben. Exemplarisch für viele übertiefte Täler und Becken in den Alpen wird mit einer Forschungsbohrung das Tannwald Becken (Winterstettenstadt) in Baden-Württemberg untersucht. Hauptziel des Projektes ist eine verbesserte petrophysikalische Charakterisierung der quartären Sedimente. Die komplexe Struktur der Becken sowie die geringen petrophysikalischen Kontraste erfordern zudem eine methodische Weiterentwicklungen in der geophysikalischen Exploration.

Die Tannwald Kernbohrung ist in das International Continental Scientific Drilling Program (ICDP) Initiative ‚DOVE‘ – ‚Drilling Overdeepened Alpine VallEys‘ eingebunden. Ziel des Projektes ist eine methodenübergreifende, geologisch ausgerichtete Bearbeitung von bis zu 16 Kernbohrungen rund um den europäischen Alpenraum. Das LIAG ist als Projektantrag­steller an DOVE beteiligt.

Ab voraussichtlich Oktober 2018 werden bei Winterstettenstadt drei bis zu 200 m tiefe Bohrungen abgeteuft. Am 26. Juli 2018 um 19:00 Uhr im Rief-Haus in Winterstettenstadt wird es zu diesem Thema ein Bürgerinformationsabend geben. Sie sind herzlich eingeladen!