Chronostratigraphie und Gesteinsmagnetik an Löss-Paläobodenabfolgen aus Ungarn

Arbeiten an letztglazialen Sedimenten in Süttő (Nordungarn) und zum Teil deutlich älteren Abfolgen in Beremend (Südungarn).

Nach Varga (2011) sind Löss-Paläoboden-Abfolgen (LPBA) in Ungarn durch lokale und regionale geomorphologische und klimatische Faktoren beeinflusst. Dennoch können sie relativ gut mit den globalen Klimaänderungen korreliert werden. Man unterscheidet drei Hauptformationen: Pliozäne/ Früh-pleistozäne rote Böden (aeolian red clays); Früh-pleistozäne Löss-Paläobodenabfolgen; glazial und interglazial beeinflusste Löss-Ablagerungen der letzten 1 Million Jahre. Im Bereich des pannonischen Beckens spielten nach dem Trockenfallen des Plattensees (Balaton) äolische Prozesse eine dominante Rolle bei der Sedimentation. Mehr als 50% des Beckens sind mit lössartigen Sedimenten bedeckt und meist von roten Tonen (red clay) unterlagert.

Unsere Arbeiten an Proben einer LPBA nahe der Ortschaft Süttő (Nordungarn) bestätigten den Letztglazialen Charakter der Abfolgen. Kurze Umkehrungen des Erdmagnetfeldes (Reversals) wie das Mono Lake und das Laschamp Ereignis konnten nicht belegt werden. Dafür war es möglich, eine Kurve relativer Paläointensitäten zum Teil mit dem sogenannten GLOPIS 75 Datensatz nach Laj et al. (2004) und dem PISO Datensatz nach Channell et al. (2009) zu korrelieren und diese damit als Letztglaziale LPBA zu identifizieren. Zudem belegen Gesteinsmagnetische Untersuchungen, dass das klassische „Chinesische“ Model der magnetischen Anreicherung (enhancement), mit Anstieg konzentrationsabhängiger gesteinsmagnetischer Parameter in Folge von Bodenbildungsprozessen auch für das nördliche Karpatenbecken gilt. Die Ergebnisse wurden auf Tagungen präsentiert und publiziert (Rolf et al. 2014).

 

In Beremend in SW Ungarn ist ein fast 30 m mächtiges Löss-Paläobodenprofil aufgeschlossen, dass nach bisherigen Erkenntnissen in zwei Einheiten unterteilt werden kann. Eine spät bis mittelpleistozäne Abfolge und eine deutlich ältere, vermutlich Frühpleistozäne Löss-Paläobodenabfolge (numerische Alter fehlen bisher). Im Moment laufen Arbeiten zur Chronostratigraphie und zur Gesteinsmagnetik in enger Kooperation mit der Sektion 3 und Kollegen der Universität Budapest.


Projektrelevante Literatur:

ROLF, C., HAMBACH, U., NOVOTHNY, Á., HORVÁTH, E. & SCHNEPP, E., 2014. Dating of a Last Glacial loess sequence by relative geomagnetic palaeointensity: A case study from the Middle Danube Basin (Süttő, Hungary). Quaternary International, 319, (0): 99-108.

Laufzeit

Bis 30.12.2019

Förderer

Haushaltsprojekt

Projektpartner

Dr. Erzsébet Horváth

Department of Physical Geography

Eötvös Loránd Universität

Budapest, Ungarn

Projektzugehörigkeit