Nachwuchsgruppe Mittelpleistozäne Oberflächenprozesse

Zeitlichen Eingrenzung von Sedimentdynamiken und Landschaftsveränderungen im Mittelpleistozän

Die seit März 2018 bestehende Nachwuchsgruppe „Mittelpleistozäne Oberflächenprozesse“ beschäftigt sich mit der zeitlichen Eingrenzung von Sedimentdynamiken und Landschaftsveränderungen im Mittelpleistozän (~125-780 ka). Während es zuverlässige Datierungsmethoden für das Spätpleistozän (~12-125 ka) und Holozän (seit ~12 ka) gibt, stellt es weiterhin eine Herausforderung dar, einen zuverlässigen chronologischen Rahmen für ältere Sedimente und den damit verbundenen landschaftsformenden Prozessen zu erstellen.

Die methodischen Schwerpunkte zur Erstellung der Geochronologien liegen bei violett-stimulierter Lumineszenz (VSL) an Quarzen und infra-rot Radiofluoreszenz (IR-RF) an Feldspäten; zwei Methoden, welche sich als zukunftsweisend erwiesen haben, bei denen jedoch noch großer Forschungsbedarf besteht. Darüber hinaus wird gepulste infra-rot stimulierte Lumineszenz zur Anwendung kommen. Im Fokus stehen methodische Tests und Vergleiche der erzielten Alter mit unabhängigen Alterskontrollen und auch - für Sedimente jünger als 125 ka - konventionelle optisch-stimulierte Lumineszenz. Um die beobachteten Lumineszenz-Charakteristika besser einordnen und verstehen zu können, werden für ausgewählte Proben zusätzlich geochemische und mikroskopische Untersuchungen durchgeführt. Am Ende werden für verschiedene Sedimente die neu etablierten Messverfahren hochaufgelöst angewendet und als Basis für Altersmodelle der Oberflächenprozesse dienen.

 

 

Koordination

Dr. Christine Thiel
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