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Erkundung von Erzvorkommen im Harz durch neuartige Methode

Vom 22.-30. September ging es im Harz hoch hinaus: Ein Hubschrauber, betrieben durch den Projektpartner BGR im Rahmen des Projekts DESMEX II, nahm Befliegungen mit einer Schleppsonde vor, um mittels elektromagnetischer Messungen die schwierig zu erschließenden Erzvorkommen zu erkunden. Zur komplexen Datenverarbeitung und Sichtbarmachung in einem 3-D-Modell entwickelt das LIAG eigens ein neues Programmsystem. Vor Ort hat LIAG gemeinsam mit der WWU Münster zudem Starkströme in den Untergrund eingespeist und die Luftmessungen mit Bodenstationen ergänzt. Auch Drohnen-Befliegungen sind künftig geplant.

Schematische Darstellung der technischen Ziele von DESMEX II. Quelle: Universität Münster

Das Projekt DESMEX II soll Rohstoffvorkommen im Harz sowie in Kropfmühl, Schweden und Namibia sichtbar machen.

Hauptaufgabe des LIAG ist die Entwicklung von numerischen Algorithmen, mit Hilfe derer auf großen Rechenservern dreidimensionale Bilder des Untergrunds unter den besonderen Spezifika der Erzerkundung (starke Topographie, Leitungsmechanismen der Erzvorkommen) aus den Messungen rekonstruiert werden können. Gleichzeitig macht der vom LIAG eingespeiste Wechselstrom von bis zu 50 Ampere Stromstärke die Messung erst möglich. Durch die damit verbundenen Magnetfelder werden Stromsysteme im Untergrund induziert, welche wiederum Magnetfelder mit sich bringen, die in der Luft gemessen werden. Der Stromdipol hat eine Länge von 2 Kilometern und die verschiedenen Gebiete, die in einem Zeitraum von ca. 2 Stunden überflogen werden, weisen eine Fläche von ca. 3 mal 6 Kilometer auf. Sie erlauben es, bis ca. 1 Kilometer in die Tiefe zu sehen.
 

Hintergrundinformationen

Dieses insgesamt neuartige Verfahren wurde im Projekt DESMEX entwickelt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde und jetzt in die Fortsetzung geht. Im Projekt DESMEX II geht es um die praktische Umsetzung und die weitere Verbesserung der Sensorik. Für kleinräumigere Untersuchungen wird der Einsatz eines speziell konzipierten Drohnensystems als kostengünstige Alternative, auch für schwer zugängliche Gebiete, erprobt.

Neben der WWU Münster, welche die Projektkoordination innehat, und der BGR, sind weitere wissenschaftliche Partner (Universität zu Köln, IPHT Jena) und Industriepartner (Supracon AG, Imar Navigation, Terratec GmbH und DMT) im Projektverbund.

Weitere Informationen können auf der LIAG-Projektseite sowie auf der DESMEX-Website abgerufen werden.

Für Medieninteressierte steht im LIAG auch ein FAQ zur Verfügung.

Die BGR hat zudem eine Pressemitteilung zu der Befliegung herausgegeben.