Erbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis - geowissenschaftliche Themen werden häufig dann von der Öffentlichkeit wahrgenommen, wenn sie zu nachhaltigen, oftmals katastrophalen Veränderungen nahe der Erdoberfläche führen.
Geogefahren können den menschlichen Lebensraum maßgeblich beeinflussen und verändern. Zudem sind sie mit einem erheblichen ökonomischen Schadensrisiko verbunden. Allein die entstandenen Gesamtschäden durch das Tōhoku-Erdbeben 2011 (Japan), aus dem ein Tsunami und dadurch die Nuklearkatastrophe Fukushima resultierten, werden von der Münchener Rückversicherung auf 210 Milliarden US-Dollar geschätzt. Geologische Strukturen sind allerdings das Ergebnis einer erdgeschichtlichen Entwicklung, die häufig über viele Millionen Jahre angedauert hat. Veränderungen im Untergrund sind für den Menschen zumeist kaum bis gar nicht wahrnehmbar. Dies liegt an der Dynamik, mit der sie ablaufen oder aber auch an den großen Tiefen, in denen sie stattfinden. Einzelne geologische Prozesse besitzen jedoch ein nicht zu unterschätzendes Risikopotenzial für Infrastrukturen oder gar menschliches Leben. Mit solchen Geogefahren verbundene Veränderungen laufen häufig zunächst langsam ab, zudem ist deren Lokalität im Untergrund oftmals nicht hinreichend bekannt. Eine frühzeitige Identifizierung vulnerabler Bereiche sowie deren Charakterisierung und Überwachung sind daher wesentliche Beiträge zur Risikominimierung.
Das LIAG befasst sich seit vielen Jahren mit dem Verständnis ausgewählter Geogefahren und wird diesen Bereich in Zukunft weiter ausbauen. Es fokussiert auf die Weiterentwicklung und den Einsatz von geophysikalischen Methoden, um Verdachtsflächen besser ausweisen, Strukturen präziser abbilden und Prozesse besser erfassen zu können. Dabei betreiben die Forschenden einerseits Grundlagenforschung, andererseits sollen die gewonnenen Kenntnisse aber auch in Form von Handlungsempfehlungen politische Entscheidungsträgern dabei unterstützen, sich auf zukünftige Gefahren einzustellen und Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Bei vielen Projekten besteht eine enge Kooperation unter anderem mit Universitäten, Forschungsinstituten und lokalen Facheinrichtungen.
Die Themenfelder im Schwerpunkt Geogefahren im Fokus:
Prof. Dr. Gerald Gabriel
+49 511 643-3510