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Pressemitteilung

Projekt DESMEX-REAL: Start der geophysikalischen Flugkampagnen im West-Harz

Hannover/Lauenthal. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt gemeinsam mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Universität Köln, dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (Hannover), dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Jena) und den Firmen Supracon (Jena) und iMAR Navigation (St. Ingbert) im Zeitraum vom 06. bis zum 23. September 2022 Hubschrauberflüge zur geophysikalischen Erkundung im West-Harz durch. Weitere Projektpartner sind die Technische Universität Clausthal, das Niedersächsische LBEG und die Geologische Landesuntersuchung GmbH Freiberg. Zum Beginn der ersten von drei größeren Messkampagnen im vom BMBF geförderten Projekt, laden die Partner von DESMEX-REAL am 05. September von 15.30 bis 18 Uhr zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Lautenthal ein, organisiert vom CUTEC Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum.

Video zum Projekt DESMEX II, in dem die Methode bereits angewendet wurde.

Mit der Einrichtung eines Reallabors in der „Altbergbauregion Oberharz“ soll ein Experimentierfeld entstehen, in dem die Erfahrungen und das Wissen aus Archivdaten des bisherigen Bergbaus im Oberharz mit modernsten geophysikalischen Messmethoden zur effizienten Erkundung von tiefen Rohstoffvorkommen verbunden werden. Die Modellregion Oberharz soll mit regionalen Hubschrauber- und fokussierten Drohnen-Befliegungen unter Einsatz führender Technologien und Methoden (DESMEX-Systeme) räumlich erkundet und mit lokal hochauflösenden Messungen am Boden ergänzt werden. Aus den Messergebnissen soll ein 3-D-Untergrundmodell bis in Tiefen von 1000 m abgeleitet werden.

Die Wissenschaftler wenden ein sogenanntes semi-airborne Elektromagnetik-Verfahren an, mit dem Aussagen über die elektrische Leitfähigkeit von geologischen Strukturen getroffen werden. Es kombiniert Dipolsender, also geerdete Stromkabel am Boden, mit hochempfindlichen Magnetfeldsensoren, die in zwei verschiedenen Flugsonden von einem Hubschrauber an einem Seil in 50-70 Meter Höhe geschleppt werden. Die Flüge starten vom Flugplatz Hildesheim und überdecken mehrere Messgebiete zwischen Langelsheim und Bad Grund.

Als Highlight der Informationsveranstaltung an der Touristen-Information in der Bergstadt Lautenthal kann der rot-weiße Hubschrauber der BGR am Boden besichtigt werden. Auch eine der beiden Schleppsonden und hochmoderne Messtechnik stellen die Wissenschaftler den interessierten Besuchern vor. Kinder können geophysikalische Messungen selbst ausprobieren. Kurzvorträge informieren von 16:00 bis 16:30 Uhr über die Ziele und Messmethoden des Vorhabens sowie die Lagerstätten des Oberharzes. Im nahegelegenen Bergbaumuseum „Lautenthals Glück“ kann im Rahmen der Veranstaltung für eine begrenzte Besucherzahl der Aufschluss eines Erzganges vor Ort geführt und kostenfrei besichtigt werden. Oberharzer und ihre Gäste, Politik, Forstämter, Umweltverbände und die Medien sind dazu herzlich eingeladen.

Weitere Informationen:

Das vom BMBF geförderte Verbundprojekt DESMEX-real schließt sich an das Verbundprojekt DESMEX (Deep Electromagnetic Sounding for Mineral Exploration) an, welches die Entwicklung einer semi-airborne CSEM-Erkundungsmethodik für Erzlagerstätten bis zu einem Kilometer Tiefe zum Ziel hat. Im Projekt DESMEX-real wird die Methode nun großskalig im gesamten Untersuchungsgebiet Oberharz angewendet (ein sogenanntes Reallabor): Zusätzlich zu den Messungen mit Hubschraubern setzen das LIAG und die WWU Münster Drohnen ein, die kleinere oder unzugängliche Gebiete besser im Detail erkunden können. Diese werden nicht nur im Harz auf interessanten Teilstrukturen, sondern auch im Bereich Grundwasser, z.B. der flächenhaften Kartierung von Salz-Süßwasser-Übergangszonen eingesetzt. Zum anderen sollen neben den Messungen mit dem LIAG-Drohnensystem Algorithmen für die skalenübergreifende Abbildung von Hubschrauber-, Drohnen- und Bodenmessungen entwickelt und auf die erhaltenen Messdaten eingesetzt werden.

Das LIAG ist federführend in der Erstellung von 3-D-Modellen der elektrischen Leitfähigkeit durch die geophysikalischen Messungen im Untergrund, so dass die Erzvorkommen sichtbar werden. 
LIAG - Start von DESMEX-Real: https://www.leibniz-liag.de/home/start-von-desmex-real-grossskalige-methodenanwendung-zur-erkundung-von-erzlagerstaetten.html

BGR - DESMEX-REAL
https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/GG_Geophysik/Aerogeophysik/Projekte/laufend/DESMEXREAL/DESMEX-REAL.html?nn=1555598  

Westfälische Wilhelms-Universität Münster - DESMEX
http://www.uni-muenster.de/DESMEX/ 


Fachliche Ansprechpartner:

Projektleitung: Prof. Dr. Michael Becken (WWU), Tel. +49 177 8687178,
E-Mail: Michael.Becken(at)uni-muenster.de

Thomas Günther (LIAG), Tel.: +49 511 643 3494, Koordination Bodenteams (und Erklärung 3-D-Ansichtsmodelle):
E-Mail: Thomas.Guenther(at)leibniz-liag.de 

Dr. Ronny Stolz (IPHT), Tel. +49 3641 206 119,
E-Mail: ronny.stolz(at)leibniz-ipht.de

Dr. Annika Steuer (BGR), Tel.: +49 511 643 2148,
E-Mail: Annika.Steuer(at)bgr.de

Einsatzleitung Flugplatz: Hauke Petersen (BGR), Tel.: +49 151 12150091,
E-Mail: Hauke.Petersen(at)bgr.de


Die Informationen basieren auf der Pressemitteilung der BGR: https://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Oeffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/BGR/bgr-2022-08-31_projekt-desmex-real-startet-mit-erster-flugkampagne-im-west-harz.html;jsessionid=B02C95F3108BCFB4031C36C96CCFA591.2_cid292?nn=1542132